Überblick

ℹ️ Enterprise-Funktion. Datenbereitstellung über OPC UA ab QuickHMI 14.10.1, über MQTT und OPC UA PubSub ab QuickHMI 14.15.2, über die REST API ab QuickHMI 15.

Mit der Datenbereitstellung stellt QuickHMI seine eigenen Variablen aktiv nach außen bereit: als OPC-UA-Server, als eingebetteter MQTT-Broker als OPC-UA-PubSub-Publisher und über eine REST API. Andere Systeme wie Leitsysteme, Cloud-Dienste oder weitere Visualisierungen können die Werte damit lesen und, sofern freigegeben, auch schreiben. Die Wege lassen sich einzeln oder gemeinsam betreiben.

Abgrenzung zu Datenquellen

Bei einer Datenquelle tritt QuickHMI als Client auf und konsumiert Daten aus einem fremden System (zum Beispiel einer SPS, einem fremden MQTT-Broker oder einem fremden OPC-UA-Publisher). Bei der Datenbereitstellung ist es umgekehrt: QuickHMI publiziert seine eigenen Variablen und tritt selbst als Server, Broker beziehungsweise Publisher auf.

Die Bereitstellungswege

  • OPC UA: QuickHMI als OPC-UA-Server (opc.tcp und opc.https). Clients verbinden sich und lesen oder schreiben gezielt einzelne Nodes.
  • MQTT: QuickHMI als eingebetteter MQTT-Broker (tcp, tls, ws und wss). Clients abonnieren Topics und erhalten jede Wertänderung.
  • OPC UA PubSub: QuickHMI sendet die Werte zyklisch als PubSub-Nachrichten, über UDP oder über einen MQTT-Broker. Hier verbindet sich niemand mit QuickHMI.ab 14.15.2
  • REST API: QuickHMI beantwortet HTTP-Anfragen. Fremdsysteme lesen und schreiben Werte ohne Zusatzprogramm, auf Wunsch mit Warten auf die nächste Änderung.ab 15

Die Detailkonfiguration finden Sie auf den jeweiligen Unterseiten.

Welche Variablen bereitgestellt werdenab 14.15.2

Sie steuern die Freigabe je Bereitstellungsweg an zwei Stellen: als Regel an der Datenquelle und als Ausnahme an der einzelnen Variablen. Beides finden Sie in den Projekt-Einstellungen im Bereich Datenbereitstellung, jeweils im Reiter des Wegs.

  • Weg aktivieren: Je Weg gibt es einen Haken, der ihn ein- und ausschaltet.
  • Regel je Datenquelle: In der Tabelle aller Datenquellen legen Sie mit Lesen und Schreiben fest, ob und wie die Variablen dieser Datenquelle bereitgestellt werden.
  • Vorgabe: Die Spalte Vorgabe bestimmt, worauf die Regel wirkt: auf Alle Variablen der Datenquelle oder nur auf die, die im Projekt ohnehin verwendet werden.
  • Ausnahmen: Die Spalte nennt die Zahl der abweichend eingestellten Variablen; über das Stift-Symbol daneben öffnen Sie die Feinauswahl und geben einzelne Variablen abweichend frei oder nehmen sie aus. Die Spalte Abweichung zeigt, welche Variablen eine eigene Einstellung tragen; mit Der Datenquelle folgen setzen Sie sie wieder auf die Regel zurück.
  • Auf alle Bereitstellungswege übernehmen: Eine Schaltfläche überträgt die getroffenen Freigaben samt Ausnahmen auf die übrigen Wege, auch auf die derzeit ausgeschalteten. Dort bereits gesetzte Ausnahmen werden dabei ersetzt; vor dem Übernehmen nennt eine Rückfrage die betroffenen Wege.

Die Spalte Variablen zeigt je Datenquelle, wie viele ihrer Variablen dadurch bereitgestellt werden, zum Beispiel „4 von 4“.

Hinweis zur Laufzeit: Wird eine ganze Datenquelle bereitgestellt, muss der Server alle ihre Variablen zyklisch lesen. Bei großen Datenquellen kann das die Laufzeit spürbar belasten. Die Vorgabe Nur verwendete Variablen erzeugt dagegen keine zusätzliche Leselast, weil diese Variablen ohnehin gelesen werden. Beachten Sie dabei, dass sich der bereitgestellte Umfang dann mit dem Projekt ändert: Eine Variable, die nirgends mehr verwendet wird, fällt auch aus der Datenbereitstellung. Eine Variable mit eigener Einstellung wird immer bereitgestellt.

Neu angelegte Datenquellen und Variablen sind nicht automatisch freigegeben: Eine neue Datenquelle startet ohne Freigabe, eine neue Variable ohne eigene Einstellung und folgt damit der Regel ihrer Datenquelle. Bis QuickHMI 14.14.x erbten beide bei einem aktiven Weg Lesen und Schreiben. Bestehende Projekte übernehmen ihre bisherigen Freigaben beim ersten Öffnen automatisch.

Als Vorgabe starten neu angelegte Datenquellen mit Nur verwendete Variablen. Projekte aus älteren Versionen behalten Alle Variablen, damit sich der bereitgestellte Umfang durch das Update nicht ändert.

Betriebszustand prüfenab 14.15.2

Im Editor zeigt das Register Laufzeit im Menüband die Gruppe Datenbereitstellung mit allen drei Wegen und ihrem Zustand: grau für nicht aktiviert oder nicht lizenziert, grün für gestartet, gelb für Betrieb mit Einschränkungen und rot für nicht gestartet. Bei Gelb und Rot nennt der Tooltip den Grund, etwa einen belegten Port. Ein Klick führt direkt in die Einstellungen des jeweiligen Wegs. Ein Weg ohne freigegebene Variablen wird gar nicht erst gestartet.

Register „Laufzeit“ im Menüband mit der Gruppe „Datenbereitstellung“

Die drei Wege starten unabhängig voneinander, der Start der Laufzeit wartet nicht auf sie. Ein nicht erreichbarer Broker verzögert also weder die Weboberfläche noch die übrigen Wege.

Adressen je Variableab 14.15.2

Der Variablen-Dialog nennt in einem eigenen Bereich die Adresse, unter der die Variable nach außen erscheint: die OPC-Node-ID, den OPC-UA-PubSub-Feldnamen und das MQTT-Topic, jeweils mit einer Schaltfläche zum Kopieren. Angezeigt wird eine Adresse nur dann, wenn der Weg läuft und die Variable dafür freigegeben ist.

Lizenz

Die Datenbereitstellung steht mit einer Enterprise-Lizenz zur Verfügung. Das gilt für alle Wege. Davon zu unterscheiden ist die OPC-UA-PubSub-Datenquelle, mit der QuickHMI fremde PubSub-Nachrichten empfängt; sie setzt eine Ultimate-Lizenz voraus.

Sicherheit und Zertifikate

Alle Zertifikate stammen aus dem zentralen Zertifikatsmanager. Zu unterscheiden sind dabei zwei Richtungen:

  • QuickHMI nimmt Verbindungen an (opc.https sowie MQTT über TLS und WSS): Hier weisen Sie über die TLS-Zuweisungen jedem Port ein eigenes TLS-Zertifikat zu; ohne Zuweisung greift das Standard-Zertifikat. Eingehende Client-Zertifikate der Zertifikats-Authentifizierung vertrauen Sie über die Bereiche Aussteller und Vertrauenswürdig; nicht vertraute Zertifikate landen zunächst unter Abgelehnt.
  • QuickHMI baut selbst eine Verbindung auf (PubSub über einen fremden Broker, also mqtts oder wss): Hier ist QuickHMI der Client. Dem Zertifikat des Brokers muss vertraut werden, und für die Zertifikatsanmeldung stellt QuickHMI ein eigenes Client-Zertifikat. Eine Port-Zuweisung gibt es für diesen Weg nicht.